Pressemitteilung Hauptversammlung
17.05.2002

Rede zur 100. ordentlichen Hauptversammlung der GILDEMEISTER Aktiengesellschaft

Es gilt das gesprochene Wort!

Rede zur 100. ordentlichen Hauptversammlung der GILDEMEISTER Aktiengesellschaft am 17.05.2002

Meine sehr geehrten Damen, meine Herren, sehr geehrte Aktionäre,

auch ich möchte Sie nun im Namen des Vorstandes zu unserer 100. ordentlichen Hauptversammlung in Bielefeld herzlich begrüßen.

GILDEMEISTER hat die gesteckten Ziele für das Jahr 2001 erreicht. Zum siebten Mal in Folge konnten wir beim Umsatz, Auftragseingang und Ertrag neue Bestmarken erzielen. Der Umsatz stieg um 24% auf 1.144,2 Mio Euro; der Auftragseingang übertraf mit 1.103,1 Mio Euro die Rekordhöhe des Vorjahres. Die Ertragslage verbesserte sich erneut zweistellig. Der Jahresüberschuss stieg auf 41,0 Mio Euro. Gemäß Tagesordnungspunkt 2 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat daher der heutigen Hauptversammlung vor, wiederum eine Dividende von 0,60 Euro je Stückaktie für das Geschäftsjahr 2001 auszuschütten.

Bevor ich auf den Geschäftsverlauf 2001 eingehe, lassen Sie mich zunächst über die internationale Entwicklung der Werkzeugmaschinenindustrie berichten. Die weltweite Nachfrage verlief im vergangenen Jahr rückläufig. Der Verbrauch betrug 39,1 Mrd Euro. Größter Absatzmarkt waren bislang immer die USA. Im letzten Jahr belegte Deutschland mit 16% erstmals mit geringem Abstand vor den USA Platz 1. An zweiter Stelle lagen die USA mit ebenfalls aufgerundet 16%. Platz drei belegte die VR China (13%) mit einem konstant steigenden Anteil, gefolgt von Italien und Japan.

Die weltweite Produktion ging geringfügig um 2% auf 39,1 Mrd Euro zurück. Größter Hersteller war Japan mit 8,7 Mrd Euro, gefolgt von Deutschland mit 8,3 Mrd Euro und Italien mit 4,6 Mrd Euro. Die fünf größten Produktionsländer stehen für 71% der Welt-Werkzeugmaschinenproduktion.

Gegenüber dem Vorjahr nahmen die Auftragseingänge der deutschen Werkzeugmaschinenhersteller um 13% auf 9,4 Mrd Euro ab. Dabei fielen die Auslandsbestellungen im letzten Jahr um 22% und die Aufträge aus dem Inland um 3%. Die Produktion erreichte einschließlich Teile und Zubehör mit 10,0 Mrd Euro ein Plus von 10% und damit einen neuen Höchstwert.

GILDEMEISTER konnte auch im Geschäftsjahr 2001 - und damit im siebten Jahr in Folge - den Auftragseingang sowie Umsatz und Ertrag steigern. Weltweit haben wir 5.900 Maschinen verkauft und unsere internationale Marktpräsenz weiter ausgebaut - und dies trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds und eines intensiven Wettbewerbs.

Der GILDEMEISTER-Konzern setzte sich zum 31. Dezember 2001 aus der GILDEMEISTER Aktiengesellschaft als Obergesellschaft und den verbundenen Unternehmen und deren Tochtergesellschaften zusammen. Der Konzern umfasst 10 Produktionswerke sowie 51 nationale und internationale Vertriebs- und Servicestandorte. Die Berichterstattung schließt alle Konzerngesellschaften ein, auf die die GILDEMEISTER Aktiengesellschaft einen beherrschenden Einfluss ausübt.

Wir konnten im vergangenen Geschäftsjahr trotz stark rückläufigem Branchentrend insgesamt einen zufrieden stellenden Auftragseingang verbuchen. Er erreichte 1.103,1 Mio Euro und lag um 2% über dem Rekord des Vorjahres. Die Inlandsbestellungen übertrafen mit 566,1 Mio Euro das Vorjahr und die Exportaufträge erhöhten sich um 2% auf 537,0 Mio Euro.

GILDEMEISTER steigerte den Umsatz in 2001 erneut zweistellig um 24% auf 1.144,2 Mio Euro. Dies sind 220,9 Mio Euro mehr als im Vorjahr. Dabei stieg der Inlandsumsatz um 17% auf 566,9 Mio Euro, und das Auslandsgeschäft nahm um 31% auf 577,3 Mio Euro zu. Die Exportquote erhöhte sich damit auf 50% (Vorjahr: 48%).

Erstmals Segmentberichterstattung im Jahr 2001. Von nun an werden wir Sie, verehrte Aktionäre, noch detaillierter und transparenter über die Geschäftsentwicklung informieren. Die Geschäftsaktivitäten des Konzerns gliedern sich in die drei Segmente Werkzeugmaschinen, mit einem Umsatzanteil von 78% und Dienstleistungen mit 22% sowie die Corporate Services mit weniger als 1%.

Das Segment Werkzeugmaschinen umfasst das Neumaschinengeschäft. Der Umsatz stieg um 23% auf 895,1 Mio Euro (Vorjahr: 729,4 Mio Euro). Das erneute Wachstum zeigt, dass die Produktionswerke ihre Leistungen abermals steigern konnten. Die Fräsmaschinen und Bearbeitungszentren von DECKEL MAHO sowie die Lasertechnik waren mit 52% (Vorjahr: 50%) am Konzernumsatz beteiligt. Der Anteil der Drehmaschinen und Drehzentren von GILDEMEISTER, GRAZIANO und FAMOT betrug 26% (Vorjahr: 29%). Das zukunftsträchtige Geschäftsfeld der Dienstleistungen, in dem insbesondere alle Serviceprodukte und -leistungen der DMG sowie die Beschaffungsdienstleistungen und das Komponentengeschäft zusammengefasst sind, konnten wir um 29% auf 248,1 Mio Euro (Vorjahr: 192,8 Mio Euro) steigern und konsequent weiterentwickeln.Der Auftragsbestand betrug zum Jahresende 381,8 Mio Euro. Rechnerisch ergibt dies eine Produktionsauslastung von etwa vier Monaten.

GILDEMEISTER übertraf im Geschäftsjahr 2001 das Rekordergebnis des Vorjahres und erzielte damit das beste Ergebnis in seiner Geschichte - und dies, obwohl sich der Wettbewerbsdruck auf Grund der rückläufigen Nachfrage in den meisten bedeutenden Märkten weiter verschärfte. Hohe Aufwendungen für Produktentwicklungen und die Erschließung neuer Märkte sichern uns die technologische Führung und zusätzliche Marktanteile.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erreichte 49,2 Mio Euro; dies ist eine Steigerung um 5 Mio Euro bzw. 11% zum Vorjahr (44,2 Mio Euro). Unsere inländischen Unternehmen und der DMG-Teilkonzern haben im Berichtsjahr ein positives Ergebnis erwirtschaftet. Einzig die LASERTEC GmbH schloss mit einem geplanten Verlust in Höhe von 0,8 Mio Euro ab. Der GILDEMEISTER Italiana Teilkonzern weist ein leicht negatives operatives Ergebnis aus. Das Ergebnis wurde belastet durch den aktuellen Modellwechsel hin zu CNC-Mehrspindel-Drehautomaten und durch die Erneuerung des GRAZIANO-Programmes. SACO leistete einen positiven Ergebnisbeitrag. Auch unsere polnische Tochtergesellschaft FAMOT weist ein leicht negatives Ergebnis aus, das durch hohe Investitionen für die Modernisierung der Produktion sowie die Wechselkursentwicklung des polnischen Zloty beeinflusst wurde.

Der Jahresüberschuss stieg auf 41,0 Mio Euro (2000: 38,1 Mio Euro). Dies entspricht einer Steigerung von 7,8%. Die Umsatzrendite beträgt 3,6%.

Die Ausschüttungen der verbundenen Unternehmen bestimmen das Ergebnis der GILDEMEISTER Aktiengesellschaft als Obergesellschaft. Deren Jahresüberschuss wuchs um 33,6% auf 59,1 Mio Euro (Vorjahr: 44,2 Mio Euro). Der Bilanzgewinn erhöhte sich auf 29,6 Mio Euro. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der heutigen 100. Hauptversammlung gemäß Tagesordnungspunkt 2 vor, den Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:

- Eine Ausschüttung an die Aktionäre von 17,3 Mio Euro durch Zahlung einer Dividende in Höhe von 0,60 Euro je Stückaktie für das Geschäftsjahr 2001. Durch die Körperschaftsteuerreform entfällt bei der Dividendenzahlung ein Körperschaftsteuerguthaben.

- Des Weiteren die Einstellung von 12,3 Mio Euro in die Gewinnrücklagen.

Nachfolgend noch einige Erläuterungen zum Jahresabschluss 2001 des GILDEMEISTER-Konzerns:

* Das Eigenkapital erhöhte sich um 19,4 Mio Euro auf 215,1 Mio Euro (2000: 195,7 Mio Euro). Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 26,9% verglichen mit 27,9% im Vorjahr.

* GILDEMEISTER verzeichnete auch 2001 ein hohes Wachstum. Entsprechend stieg die Bilanzsumme um 14,4% auf 801,2 Mio Euro. Innerhalb der Aktiva erhöhte sich das Anlagevermögen um 11,1% auf 233,7 Mio Euro. Das Vorratsvermögen verzeichnete einen Anstieg auf 213,0 Mio Euro. Der größte Teil dieser Erhöhung entfiel mit 32,4 Mio Euro auf fertige Erzeugnisse. Dies ist vor dem Hintergrund unserer verstärkten internationalen Messeaktivitäten und die Ausstattung unserer neuen Technologiezentren mit zusätzlichen Vorführmaschinen zu sehen. Der Cashflow (DVFA/SG) stieg um 21,0% auf 75,9 Mio Euro. Die positive Entwicklung zeigt die mit der Geschäftsentwicklung verbundene gute Finanzkraft des Konzerns.

* Die Investitionstätigkeit war weiterhin von der strategischen Ausrichtung auf globale Präsenz und zukunftsorientierte Technologien bestimmt. Insgesamt haben wir 56,3 Mio Euro in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände investiert (Vorjahr: 39,5 Mio Euro). Bei den Finanzanlagen ist der Erwerb der restlichen 37,5% Gesellschaftsanteile an der DECKEL MAHO Seebach GmbH und die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung an der SAUER GmbH & Co. KG zu erwähnen. Den Investitionen standen Abschreibungen von 33,5 Mio Euro gegenüber.

* Die Ausrichtung der Forschung und Entwicklung entspricht der konsequenten Marktorientierung des GILDEMEISTER-Konzerns. In 2001 wurden 25 Maschinen neu entwickelt und der Weltöffentlichkeit präsentiert, vor allem auf der EMO in Hannover, dem Branchenereignis des Jahres. Die F&E - Aufwendungen waren mit 49,8 Mio Euro die höchsten in der GILDEMEISTER-Geschichte. 395 Konstrukteure - d. h. 12% der Belegschaft - sind mit der Entwicklung neuer Produkte beauftragt. Darüber hinaus waren rund 100 Entwickler bei externen Konstruktionsbüros für DECKEL MAHO und GILDEMEISTER tätig. Hierfür wurden 8,5 Mio Euro aufgewandt.

Hervorzuheben ist die Ultraschall-Technologie, mit der ein neues Anwendungsspektrum zur Bearbeitung moderner Advanced Materials erschlossen wurde. Die zukunftsträchtigen, elektronischen Dienstleistungen - wie der DMG-Netservice, der DMG-Messenger oder das CNC-Nettraining - erhöhen durch Inter- und Intranet-Vernetzung den Kundennutzen und werden gezielt vorangetrieben. Damit ist GILDEMEISTER auf die zukünftigen Herausforderungen des Marktes gut vorbereitet. Das aktuelle Produktprogramm wurde zu 90% in den letzten drei Jahren entwickelt.

* Der Ausbau von strategischen Lieferpartnerschaften prägt unsere Beschaffungsstrategie. Mit dem Einsatz von Transshipmentpoints erreichten wir eine termingerechte Bereitstellung der Waren bei gleichzeitiger Reduzierung der Anlieferkontakte in den Werken. Dies hat zu einer Steigerung der Umschlagshäufigkeit der RHBs um 22% auf Faktor 7,2 geführt und damit einen positiven Beitrag zur Liquidität geleistet. Im Bereich Produktion und Logistik wurde das PULL-System weiter ausgebaut; u. a. wurde eine getaktete Fließfertigung eingeführt. Als Ergebnis der Verbesserungsmaßnahmen konnte in den inländischen Werken der Maschinenumsatz pro produktionsnahem Mitarbeiter nochmals um 7% auf 551 TEuro gesteigert werden.

* Am 31.12.2001 waren im Konzern 5.212 Mitarbeiter, davon 203 Auszubildende beschäftigt (Vorjahr: 4.637). Die Anzahl der Mitarbeiter erhöhte sich um 562 Fachkräfte und 13 Auszubildende. Die Aufstockung erfolgte im Wesentlichen im Dienstleistungsbereich durch den weiteren Ausbau der internationalen DMG-Gesellschaften (Austria, Iberica, Taiwan und Korea) sowie an den beiden inländischen Produktionsstandorten in Pfronten und Seebach. Seit dem vierten Quartal wurde die Personalstärke nahezu unverändert belassen. Die Personalaufwendungen betrugen im Konzern 270,6 Mio Euro (2000: 212,5 Mio Euro).

An dieser Stelle möchte sich der Vorstand bei allen Mitarbeitern für ihren tatkräftigen Arbeitseinsatz bedanken. Den Erfolg unseres Unternehmens verdanken wir nicht zuletzt der wichtigsten Ressource, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns - mittlerweile in der ganzen Welt - jeden Tag engagiert arbeiten. Ihre Leistungsbereitschaft ist vorbildlich. Unser Dank gilt auch den Betriebsräten, die durch ihre souveräne und unbürokratische Vermittlung dazu beigetragen haben, dass Entscheidungen rasch und zielgerichtet umgesetzt werden konnten.

Verglichen mit der volatilen Entwicklung des Kapitalmarktes in 2001 erwies sich die GILDEMEISTER-Aktie mit einer Dividendenrendite von 6,4% als solide Anlage. Unser Papier verlief in 2001 stabil auf einem 9 Euro-Niveau. Ausgelöst durch die Terroranschläge in den USA lag der Tiefstwert am 21. September 2001 kurzzeitig bei 6,20 Euro. Zum Jahresende (28.12.2001) notierte die Aktie bei 9,32 Euro; dies entspricht einem Kursanstieg von 13,6%. Die Aufnahme in den MDAX am 27. Dezember 2001 hat die Entwicklung unserer Aktie positiv beeinflusst. Durch die Zugehörigkeit zum Midcap-Index rückte das Papier auch stärker in den Fokus institutioneller Anleger. In den ersten Monaten des neuen Geschäftsjahres verzeichnete die Aktie einen weiteren Aufwärtstrend. Im Februar hielt sich unser Papier stabil auf einem 11 Euro-Niveau. Am 28. März schloss die Aktie das 1. Quartal mit einem Kurs von 11,98 Euro. Am 15. Mai notierte der Kurs bei 10,70 Euro. Zahlreiche Studien bescheinigen der GILDEMEISTER-Aktie weiteres Kurspotenzial und sehen sie langfristig als gutes Investment. Analysten empfehlen den Titel weiter zum Kauf.

Corporate Governance ist bei GILDEMEISTER integraler Bestandteil der Unternehmensführung, die auf eine kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswertes ausgerichtet ist. Die Grundsätze und Regeln der Corporate Governance sind in unseren auf Wertschöpfung ausgerichteten Unternehmensrichtlinien enthalten. Wir setzen bereits heute den größten Teil der von der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" geforderten und empfohlenen Leitlinien aktiv um. In enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat entwickelt der Vorstand die strategische Ausrichtung des Konzerns und ist für deren Umsetzung verantwortlich. Wir fühlen uns der systematischen und nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswertes verpflichtet.

Im Tagesordnungspunkt 5 dieser Hauptversammlung bitten wir Sie, verehrte Damen und Herren, um Ihre Zustimmung. Im Zuge der modernen Medien soll künftig die Möglichkeit bestehen, die Einberufung, die Beschlussfassung und die Stimmabgabe im Aufsichtsrat sowie die Stimmrechtsausübung in der Hauptversammlung über die Textform, d.h. via E-Mail oder Telefax zu erleichtern. Gleichzeitig erfolgt eine Anpassung an die geänderten Bestimmungen über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts sowie des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Auch dem Tagesordnungspunkt 6 - Beschlussfassung über die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien - bitten wir Sie, verehrte Aktionäre, zuzustimmen. Die GILDEMEISTER Aktiengesellschaft soll in der Lage sein, eigene Aktien als Gegenleistung zum Erwerb von Unternehmen oder Unternehmensbeteiligungen gewähren zu können. Bei dieser Ermächtigung handelt es sich um einen vorsorglichen Beschluss; konkrete Pläne für die Inanspruchnahme bestehen derzeit nicht. Ausführliche Erläuterungen sowie der Bericht des Vorstands zu den Punkten 5 und 6 sind in der Tagesordnung der heutigen Hauptversammlung enthalten.

Sehr geehrte Aktionäre,

ich möchte nun auf das Geschäftsjahr 2002 eingehen und Sie zunächst über die aktuelle Marktentwicklung informieren. Die weltweite Werkzeugmaschinennachfrage ließ auch in den ersten Monaten dieses Jahres wenig Dynamik erkennen. Nach wie vor ist die Konjunktur in den für uns wichtigen Industriestaaten schwach ausgeprägt. Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie geht bei ihren Erwartungen zur Branchenkonjunktur von einem schwierigen Jahr 2002 aus. In den ersten drei Monaten des Jahres blieb der Auftragseingang bei den spanenden Maschinen um 27% unter den Werten des Vorjahres. Der deutsche Werkzeugmaschinenverband rechnet mit einem Produktionsrückgang um 10%. Vor uns liegt ein Jahr der großen Herausforderungen. Eine Prognose für das Geschäftsjahr 2002 ist aus heutiger Sicht weiterhin problematisch. Noch ist nicht abzusehen, wann sich die Nachfrage nach Werkzeugmaschinen wieder beleben wird.

GILDEMEISTER plant das Geschäftsjahr 2002 verhalten optimistisch. Die rückläufige konjunkturelle Entwicklung des Werkzeugmaschinenbaus wird sich auch auf unsere Unternehmenssituation auswirken. Für das Gesamtjahr gehen wir aber unverändert davon aus, auch unter erschwerten Marktbedingungen die angekündigten Geschäftsziele weit gehend zu erreichen. Wir werden uns den jeweiligen Marktgegebenheiten anpassen, weiter rationalisieren und flexible Arbeitszeitmodelle nutzen. Die Produktionskapazität wird - soweit erforderlich - selektiv angepasst. Investitionen sind in etwa in Höhe der Abschreibungen (34,9 Mio Euro) geplant. Unsere Vertriebs- und Marketingaktivitäten werden weiter forciert.

GILDEMEISTER bietet als Full-Liner das geschlossenste Lieferprogramm der Welt im Bereich der spanenden Werkzeugmaschinen an. Mit 22 Neuentwicklungen werden wir auch in diesem Jahr die technologische Spitzenstellung von DECKEL MAHO und GILDEMEISTER sicherstellen. Im Dienstleistungsbereich wird die Ersatzteilversorgung ab Juni für unsere Kunden mit Hilfe einer fortschrittlich, internetbasierten E-Business-Lösung deutlich vereinfacht.

Kaufimpulse erwarten wir von der METAV im Juni, der Leitmesse für die Metallbearbeitung. GILDEMEISTER wird 35 Exponate, davon 6 Weltneuheiten präsentieren; inklusive der neuen Ultrasonic-Technologie. Sehr geehrte Aktionäre, überzeugen Sie sich selbst von der Leistungsfähigkeit Ihres Unternehmens und besuchen Sie uns in der Zeit vom 4. - 8. Juni in Düsseldorf.

In der letzten Hauptversammlung habe ich den Neubau der Produktionsstätte Seebach in Thüringen angekündigt. Die Investition hat sich gelohnt. Die Ertragssituation ist nach wie vor beachtlich. Die Jury der renommierten französischen Managementschule INSEAD und der deutschen Wirtschaftshochschule für Unternehmensführung (WHU) haben das neue DECKEL MAHO - Werk im April zum Gesamtsieger des Wettbewerbs "Die beste Fabrik 2002" gewählt. Der Preis wird alljährlich von der Wirtschaftswoche und der französischen Zeitschrift "L'Usine Nouvelle" vergeben. Es werden Unternehmen prämiert, deren exzellentes Produktionsmanagement ihnen einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil verschafft.

Zu den Zahlen des 1. Quartals 2002: Für das laufende Geschäftsjahr erwartet GILDEMEISTER insgesamt eher einen verhaltenen Nachfrageverlauf. Der Auftragseingang betrug 235,2 Mio Euro im 1. Quartal. Er liegt damit leicht über dem Niveau des vierten Quartals 2001 (234,5 Mio Euro). Im Vergleich zum Vorjahresquartal mit dem außerordentlich hohen Auftragseingang von 315,3 Mio Euro betrug der Rückgang 80,1 Mio Euro bzw. 25%. Wir liegen damit leicht über dem Trend der Branche mit einem Minus von 27%. Gestützt auf forcierte Marketingmaßnahmen mit einer Vielzahl von in- und ausländischen Fachmessen und auf unsere innovativen Neuentwicklungen rechnen wir mit einer allmählichen Belebung der Nachfrage. Aus heutiger Sicht gehen wir davon aus, dass unser Auftragseingang im Geschäftsjahr 1 Mrd Euro erreichen kann.

Der Konzernumsatz verlief im 1. Quartal planmäßig und erreichte mit 231,6 Mio Euro in etwa das hohe Niveau des Vorjahres (233,3 Mio Euro). Ausgehend von dem noch zufrieden stellenden Auftragsbestand mit einer Reichweite von etwa vier Monaten und den zu erwartenden Auftragseingängen im laufenden Geschäftsjahr bleiben wir bei unserer Prognose, dass der Umsatz im Jahr 2002 wiederum bei 1 Mrd Euro liegen könnte.

Der Auftragsbestand im Konzern lag Ende März bei 385,4 Mio Euro. Das heißt eine noch befriedigende Grundauslastung für die nächsten Monate, so dass zu erwartende Nachfrageschwankungen bei einzelnen Maschinentypen noch weit gehend ausgeglichen werden können. Dennoch ist auch GILDEMEISTER in einigen Bereichen von der nachlassenden Auftrageingangsentwicklung betroffen. Neben der bereits eingeführten Kurzarbeit im Spezialbereich der Drehautomaten sind weitere Auswirkungen auf andere Maschinengruppen nicht auszuschließen.

Der Zwischenabschluss des 1. Quartals wurde erstmals nach IAS (International Accounting Standards) aufgestellt. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erreichte 6,1 Mio Euro (Vorjahresquartal: 7,7 Mio Euro). Das EBIT beläuft sich auf 11,7 Mio Euro nach 13,3 Mio Euro im Vorjahresquartal. Das EBITDA erreichte mit 21,0 Mio Euro nahezu den Vorjahreswert von 21,5 Mio Euro. Der Jahresüberschuss beträgt 1,0 Mio Euro (31. März 2001: 5,2 Mio Euro). Im Vorjahresvergleich wird das Quartalsergebnis insbesondere durch einen erhöhten Steueraufwand belastet. Unser steuerlicher Verlustvortrag wurde letztmalig im Jahr 2001 wirksam; daraus ergibt sich im laufenden Geschäftsjahr ein Anstieg der Steuerlast im Konzern. Bei dem derzeit unterstellten Geschäftsverlauf kann auch für 2002 mit einer Dividende gerechnet werden. Über die Höhe können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussage treffen.

Insgesamt verläuft die Ergebnisentwicklung in der Branche erneut schwächer. Die Überkapazitäten der japanischen Wettbewerber und die Unterbeschäftigung einiger europäischer Hersteller führen zu erheblichem Preisdruck und geringeren Verkaufserlösen. Auch GILDEMEISTER wird deshalb Einbußen in der Umsatzrentabilität hinnehmen müssen. Eine weiter gehende Aussage zur Ergebnisentwicklung für das laufende Geschäftsjahr ist derzeit noch nicht möglich. Wir arbeiten daran, auch unter ungünstigeren gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Ertragskraft des Unternehmens zu erhalten. Im Konzern wurden umfassende Maßnahmen zur Kostenreduktion und Effizienzsteigerung eingeleitet. Mit dem beschleunigten Serienanlauf der neuen Produkte werden unsere Innovationen dem Markt früher bereitgestellt. An dem wichtigen strategischen Ziel, dem Ausbau des asiatischen Marktes, halten wir fest.

Aktuell: GILDEMEISTER erwirbt Produktionsstandort in Shanghai, China

Das stabile Wachstum der chinesischen Wirtschaft bietet gute Perspektiven, insbesondere auch für Werkzeugmaschinen. Zur Markterschließung und als weiteren Meilenstein unserer globalen Strategie haben wir in den letzten Tagen mit der Firma Excel Machine Tools Ltd, Singapore, einen Vorvertrag zur Übernahme ihres Produktionswerkes im Südwesten von Shanghai abgeschlossen. Das erst vier Jahre alte Gebäude umfasst eine Gesamtfläche von 15.000 m² und beinhaltet Gebäudeflächen von 10.000 m², die für die Montage und als Vorführzentrum genutzt werden. Das neue Werk in China ist der erste Produktionsstandort des GILDEMEISTER-Konzerns außerhalb Europas. In Shanghai sollen zunächst die Universal-Drehmaschine CTX 310 und die DMC 64 V als erstes Vertikalbearbeitungszentrum mit Linearantrieben ,Made in China' produziert werden. Beide Innovationen vereinen den Hightech-Anspruch von DECKEL MAHO und GILDEMEISTER zu einem exzellenten Preis/Leistungs-Verhältnis. Die Produktion vor Ort ist für die Zukunftssicherung notwendig, da die Importzölle für ausländische Werkzeugmaschinen immer noch sehr hoch sind. Die CTX 310 und die DMC 64 V linear sind ausgesprochene Serienmaschinen und sind auf das wachsende Marktsegment der kleinen und mittleren Privatbetriebe in China ausgerichtet. Gemeinsam mit der seit Jahren etablierten DMG China plant GILDEMEISTER in den nächsten Jahren ein Geschäftsvolumen von bis zu 50 Mio Euro in China.

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

der Vorstand, das Management und alle Mitarbeiter Ihrer GILDEMEISTER Aktiengesellschaft danken Ihnen für das uns entgegengebrachte Vertrauen. Das Geschäftsjahr 2002 wird nicht einfach; dennoch können wir ihm mit verhaltenem Optimismus entgegenschauen. Vorhandenen Marktrisiken stehen durchaus auch Chancen gegenüber, und diese Chancen wollen wir nutzen. GILDEMEISTER ist für zukünftige Herausforderungen gerüstet, um sich auch unter erschwerten Marktbedingungen zu behaupten. Schenken Sie uns, dem Unternehmen, deshalb auch künftig Ihr Vertrauen, Ihre Loyalität und Ihre Unterstützung. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!

Dr. Rüdiger Kapitza
Vorsitzender des Vorstandes

17. Mai 2002

Disclaimer, Hinweis zu den zukunftsbezogenen Aussagen

Disclaimer, Hinweis zu den zukunftsbezogenen Aussagen

Zukunftsbezogene Aussagen: Diese Pressemitteilung enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf aktuellen Einschätzungen des Managements über künftige Entwicklungen beruhen. Solche Aussagen beruhen auf den heutigen Erwartungen und bestimmten Annahmen des Managements. Sie unterliegen Risiken, Ungewissheiten und anderen Faktoren, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Verhältnisse einschließlich der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von GILDEMEISTER wesentlich von denjenigen abweichen oder negativer ausfallen als diejenigen, die in diesen Aussagen ausdrücklich oder implizit angenommen oder beschrieben werden. Die Geschäftstätigkeit von GILDEMEISTER unterliegt einer Reihe von Risiken und Unsicherheiten, die auch dazu führen können, dass eine zukunftsgerichtete Aussage, Einschätzung oder Vorhersage unzutreffend wird. Sollten Unsicherheitsfaktoren und Unwägbarkeiten eintreten oder sollten die Annahmen, auf denen diese Aussagen basieren, sich als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen als erwartet, antizipiert, beabsichtigt, geplant, angestrebt, geschätzt oder projiziert genannten Ergebnissen abweichen. Zukunftsbezogene Aussagen sind nicht als Garant oder Zusicherungen der darin genannten zukünftigen Entwicklungen oder Ereignisse zu verstehen.